13.06.18, 12:02

Lethargie am Goldmarkt

Energie: Die Ölpreise stehen seit gestern Abend unter Druck. Brent fällt am Morgen auf 75,5 USD je Barrel, WTI unter 66 USD je Barrel. Der Fokus der Marktteilnehmer richtet sich auf die Ende kommender Woche anstehende OPEC-Sitzung einschließlich der an den Produktionskürzungen beteiligten Nicht-OPEC-Länder. Die Mehrheit geht inzwischen davon aus, dass eine Anhebung der Fördermenge beschlossen wird, um die Angebotsausfälle in Venezuela und anderen Ländern zumindest teilweise auszugleichen. Unter Berücksichtigung der aktuellen OPEC-Schätzungen und der gegenwärtigen OPEC-Produktion liegt die Unterversorgung im zweiten Halbjahr immerhin bei ca. 1,4 Mio. Barrel pro Tag. Die Ölvorräte in den OECD-Ländern lagen im April bereits 24 Mio. Barrel unter dem 5-Jahresdurchschnitt. Auf Basis dieser Zahlen wäre eine Produktionsanhebung um mindestens 1 Mio. Barrel pro Tag angezeigt. Allerdings wies die OPEC in ihrem gestern veröffentlichten Monatsbericht auf die große Unsicherheit hin. So würden die Marktschätzungen für den Bedarf an OPEC-Öl im zweiten Halbjahr um bis zu 1,7 Mio. Barrel pro Tag auseinander liegen. Unterstellt man, dass die OPEC am oberen Rand der Erwartungen liegt, wäre das Angebotsdefizit somit deutlich geringer. Zudem sieht die OPEC Abwärtsrisiken für die Nachfrage und Aufwärtsrisiken für das Nicht-OPEC-Angebot. Letzteres bestätigt auch die US-Energiebehörde in ihrem Monatsbericht. Demnach soll die US-Rohölproduktion in diesem Jahr um 1,44 Mio. Barrel pro Tag wachsen (bisherige Prognose 1,37 Mio. Barrel pro Tag). Im nächsten Jahr erwartet die EIA dafür ein etwas geringeres Wachstum von 970 Tsd. Barrel pro Tag (bisher 1,14 Mio. Barrel pro Tag). Die IEA veröffentlicht ihre neuen Angebots- und Nachfrageprognosen heute, darunter erstmals auch welche für 2019.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold handelt weiter lethargisch knapp unter 1.300 USD je Feinunze. Ob die US-Notenbank Fed den Goldpreis heute Abend wach küssen kann, ist unseres Erachtens fraglich. Denn eine Zinserhöhung gilt als sicher und ist entsprechend vollständig eingepreist. Die Marktteilnehmer werden ihren Fokus daher auf den Ausblick der Fed und die Pressekonferenz des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell richten. Sollte es auch hier keine Neuigkeiten geben, dürften die Marktteilnehmer die EZB-Sitzung, die morgen stattfindet, noch abwarten, bevor sie sich wieder stärker in die eine oder andere Richtung positionieren. Silber bewegt sich im Einklang mit Gold und verteidigt damit das wiedergewonnene Terrain (auch im Vergleich zu Gold). Dagegen zeigt Platin doch wieder Schwäche. Es ist wieder unter die Marke von 900 USD je Feinunze gerutscht und gibt heute Morgen etwas stärker nach als Gold, so dass sich die Preisdifferenz zwischen Gold und Platin auf rund 400 USD je Feinunze ausgeweitet hat. Und der Preisabschlag von Platin zu Palladium ist ebenfalls wieder größer geworden (125 USD je Feinunze). Neben guten Fundamentaldaten – in den USA und in China waren die Autoabsätze im Mai robust – hat sich das charttechnische Bild bei Palladium zuletzt deutlich verbessert, was offenbar weitere Käufer angelockt hat und den Preis unterstützt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Schwächere chinesische Aktienmärkte und Gewinnmitnahmen lassen die Metallpreise zum heutigen Handelsauftakt etwas nachgeben. Wie die gestern veröffentlichte LME-Statistik zeigt, war der Anstieg der Metallpreise seit Monatsbeginn stark spekulativ getrieben. So haben die spekulativen Finanzinvestoren vor allem bei Kupfer, Nickel und Zink ihre Netto-Long-Positionen in der letzten Woche deutlich ausgeweitet. Im Falle von Kupfer, Zink und auch Aluminium liegen sie auf dem höchsten Stand seit Ende Januar. Zu diesem Zeitpunkt hatte die LME die Statistik der Marktpositionierung umgestellt und alte Kategorien durch neue ersetzt, um ein MiFID II-konformes Reporting zu gewährleisten. Dies hat jedoch auch zu einem Strukturbruch in den Datenreihen geführt.
Nach einem Gerichtsbeschluss in Brasilien darf die „Alunorte“-Raffinerie des norwegischen Aluminiumproduzenten Norsk Hydro weiter nur zu 50% ausgelastet werden. Wegen Umwelt-verstößen musste die Produktion in der Anlage zum 1. März gedrosselt werden. „Alunorte“ ist die weltweit größte Raffinerie für Alumina (Tonerde), dem Vorprodukt von Aluminium. Sie hat eine jährliche Produktionskapazität von 6,3 Mio. Tonnen. Durch die geringere Produktion fehlen dem Weltmarkt seit Anfang März 700-800 Tsd. Tonnen Alumina, was Daten des International Aluminium Institute zufolge aber weniger als 1% der letztjährigen globalen Aluminaproduktion ausmacht. Den Aluminapreis hat die Gerichtsentscheidung in Brasilien nicht mehr bewegt.

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