Zollerhöhung größer als befürchtet
Donald Trump begann gestern abend seine Rede im Rosengarten des Weißen Hauses mit einer Litanei an Beispielen, wie die Vereinigten Staaten von anderen Staaten vermeintlich im Handel übervorteilt werden. Danach wiederholte er, dass die US-Einfuhrzölle für Kraftfahrzeuge um 25 %-Punkte erhöht werden. Der US-Präsident fuhr mit der Ankündigung reziproker Zölle gegenüber mehr als 50 Handelspartnern fort. Dabei sagte Donald Trump, er werde diesen Staaten jedoch nur die Hälfte der Zölle auferlegen, welche diese Staaten auf US-Einfuhren erheben. Die Krux dabei ist jedoch, wie dieser Zollsatz der Handelspartner berechnet wurde. Auf die EU sollen nach Aussage von Donald Trump US-Einfuhrzölle in Höhe von 20 % zukommen. Vorherige Simulationen von Zollexperten kamen jedoch zu dem Ergebnis, dass reziproke US-Einfuhrzölle den durchschnittlichen Zollsatz für US-Importe aus der EU nur um wenige Prozentpunkte erhöhen würden. Neben den erwähnten reziproken Zöllen soll ein genereller US-Zollsatz in Höhe von 10 % gelten. Nach seiner Rede blieben für uns viele Fragen offen, so ist unklar, ob die reziproken Zölle noch auf den allgemeinen Zollsatz aufgeschlagen werden. Ferner stellt sich die Frage, ob der neue Einfuhrzoll für die EU einen allgemeinen Zollsatz oder einen Durchschnittsatz darstellt. Dabei sollen die reziproken Zollsätze dem Vernehmen nach - auch das ist unklar - bereits ab dem 9. April gelten. Mexiko und Kanada fanden in seiner Rede keine Erwähnung. Nach ersten Berechnungen der Rating-Agentur Fitch wird der durchschnittliche Satz der US-Einfuhrzölle durch die Maßnahmen von Donald Trump von 2,5 % im Jahr 2024 auf 22,0 % im Jahr 2025 ansteigen. Es bleibt zu hoffen, dass die nächsten Tage mehr Klarheit bringen werden. Im Ergebnis haben die nun angekündigten Zollerhöhungen die schlimmsten Befürchtungen übertroffen. Dementsprechend drehten die Terminnotierungen für US-Aktien nach Bekanntgabe der neuen Zölle gen Süden. In Japan gab der Nikkei 225 rund 3 % nach und verzeichnete damit ein 8-Monatstief.
Isabel Schnabel plädiert für Eurobonds
Die als einflußreich geltende EZB-Direktorin Isabel Schnabel sagte gestern auf einer Veranstaltung in Paris, dass es Zeit sei, wieder über gemeinsame Schulden im Euroraum zu sprechen. Politische Entscheidungsträger sähen eine Gelegenheit, die Rolle des Euro in der globalen Wirtschaft zu stärken. Es gebe eine "einzigartige Chance", das internationale Ansehen der Gemeinschaftswährung zu fördern, und der Kontinent solle darüber nachdenken, wie dies erreicht werden könne.
Größerer US-Stellenaufbau im März
Dies berichtet zumindest das Personaldienstleistungsunternehmen ADP. Gemäß seiner Erhebung wurden in der US-Privatwirtschaft im März 155 Tausend neue Stellen geschaffen, nach 85 Tausend im Februar. Die mit Spannung erwarteten offiziellen Arbeitsmarktdaten werden am Freitag nachmittag veröffentlicht werden. Die US-Absätze von Kraftfahrzeugen fielen im März auch überraschend gut aus. Es wurde im Monatsvergleich ein Plus von 12 % verzeichnet. Hierbei dürfte es sich jedoch angesichts der absehbar höheren Kfz-Preise infolge der Zollankündigungen um einen Vorzieheffekt halten.
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